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Die zehn fiesesten Fragen in einem Bewerbungsgespräch


Als wäre ein Bewerbungsgespräch nicht schon Anspannung genug, haben Personaler auch noch eine gewisse Vorliebe dafür, besonders fiese Fragen zu stellen. Das Spektrum dieser Fragen ist ungemein groß. Bestimmt könnte man damit ein ganzes Buch füllen. Das würde aber den Rahmen unseres Blogartikels sprengen, weshalb wir uns auf die zehn unserer Meinung nach wichtigsten fiesen Fragen beschränken wollen. Zu jeder dieser Fragen geben wir dir Tipps, wie du am besten antwortest. So gehst du gut gewappnet ins nächste Bewerbungsgespräch!

1. Wie gut können Sie mit Kritik umgehen?

Ein Klassiker unter den fiesen Fragen im Bewerbungsgespräch, egal für welche Position du dich bewirbst. Schließlich wirst du sowohl als Chef als auch als Mitarbeiter mit Kritik in einem Unternehmen konfrontiert. Die Antwort auf diese Frage ist immer eine Gratwanderung, denn wer hört sich schon gerne Kritik an.

Wahrscheinlich willst du deinem Arbeitgeber darstellen, dass du zwar einerseits kritikfähig bist, dir aber andererseits auch nicht alles gefallen lässt. Insofern empfiehlt es sich bei dieser Frage, keine Extremposition à la „Mir macht Kritik überhaupt nichts aus“ oder aber „Ich kann Kritik gar nicht ab“ zu beziehen.

Ein guter Mittelweg ist es, zwischen konstruktiver und destruktiver Kritik zu unterscheiden. Konstruktive Kritik sollte immer willkommen sein, destruktive hingegen nicht. Dein Arbeitgeber wird es zu schätzen wissen, wenn du ein Interesse daran hast, dich und das Unternehmen über konstruktive Kritik positiv weiterzuentwickeln.

2. Was war Ihr größter Fehler und was haben Sie daraus gelernt?

Eine typische „Glatteis-Frage“ in einem Bewerbungsgespräch – wer von uns gibt denn schon gerne Fehler zu!? Wir empfehlen dir folgendes Antwortverhalten:

Zu allererst solltest du dir auf keinen Fall eine Lügengeschichte ausdenken, nur um irgendwie besser dazustehen. Nicht umsonst sagt man Lügen kurze Beine nach. Solltest du später in diesem Unternehmen arbeiten, kann es gut sein, dass dich diese Geschichte irgendwann einmal einholt.

Auch solltest du die Schuld nicht bei irgendjemandem anderen suchen. Es hinterlässt keinen guten Eindruck, wenn du andere Menschen in ein schlechtes Licht rückst, nur um dich gut dastehen zu lassen. Dein Arbeitgeber wird nämlich voraussetzen, dass du dich in seinem Unternehmen genauso „asozial“ verhältst.

Jeder Mensch macht in seinem Leben viele größere und kleinere Fehler. Insofern hast du also die Qual der Wahl, welchen Fehler du hier anführst. Unserer Meinung nach ist es auf jeden Fall empfehlenswert, einen beruflichen und keinen privaten Fehler im Bewerbungsgespräch zu erwähnen. Deinen zukünftigen Arbeitgeber interessiert es herzlich wenig, dass du dir das falsche Auto gekauft oder dein Kind auf die falsche Schule geschickt hast. Vielmehr wird er es spannend finden, was du in deiner beruflichen Vergangenheit schon mal verbockt und was du daraus gelernt hast. Insofern bietet es sich an, einen Fehler mit einer Lernkurve zu präsentieren, die auch für deinen zukünftigen Arbeitgeber von Interesse sein könnte. So kannst du glaubhaft machen, dass du ein Mitarbeiter bist, der sich im Job weiterentwickelt und aus ihren/seinen Fehlern (die in jedem Job passieren) auch etwas lernt.

3. Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

Diese Frage ist ein ganz übles Minenfeld, bei der du sehr leicht größeren persönlichen Schaden nehmen kannst. Da keiner von uns ein Heiliger ist, wäre es ziemlich anmaßend zu sagen, dass dir nur eine oder zwei positive Charaktereigenschaften fehlen. Lass diese Antwortmöglichkeit also lieber bleiben.

Wir empfehlen dir, bei dieser Frage möglichst nahe an der Wahrheit zu bleiben. Personaler haben eine sehr feine Nase und ein ausgeprägtes Gespür für Menschen. Es könnte sehr leicht auffallen, dass deine Antwort einfach nicht natürlich rüberkommt.

Selbstverständlich wäre es aber auch ein grober Fehler, sehr bedeutende Charakterzüge als nicht vorhanden anführen. Dich selbst als nicht ehrlich oder nicht hilfsbereit zu bezeichnen, ist wohl in jedem Unternehmen ein Schuss ins Knie. Wäge also bitte sehr genau ab, welche Eigenschaften für deinen Arbeitgeber von Bedeutung sind und welche du in deiner Antwort nennen willst.

4. Welche Bedeutung hat Geld für Sie?

Auch eine dieser Fragen, auf die es nie eine richtige Antwort gibt. Unser Tipp: Vermeide Extremaussagen. Sowohl ein „Geld spielt überhaupt keine Rolle für mich“ als auch ein „Geld ist das Einzige, was mich im Job motiviert“ wird dir kein Arbeitgeber ernsthaft abnehmen.

Welche Antwort du am besten gibst hängt natürlich auch ein wenig von der Branche und der Position ab, für die du dich bewirbst. In Bereichen, in denen eine leistungsorientierte Bezahlung Standard ist (z.B. in der Finanzbranche oder im Vertrieb) und Geld einen etwas höheren Stellenwert hat, kannst du ruhig etwas „aggressiver“ antworten in dem Sinne, dass Geld für dich einen hohen Motivationswert hat.

In Positionen/Branchen, in denen die Bezahlung mglw. etwas schlechter ist, solltest du eine moderatere Antwort geben. Bspw. kannst du sagen, dass Geld für dich keinen höheren Stellenwert hat als der Job-Inhalt oder die Vereinbarkeit der Arbeit mit deinem Familienleben.

5. Arbeiten Sie lieber im Team oder alleine?

Alternativfragen wie diese können dich schnell aufs Glatteis locken. Entscheidest du dich für das Team, könnte der Eindruck entstehen, dass du eher eine unselbständige Person bist, die sich gerne in/hinter einem Team versteckt. Entscheidest du dich hingegen fürs alleine arbeiten, könnte der Personaler dir vorhalten, dass du nicht besonders teamfähig bist.

Eine perfekte Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Die beste Option ist ein geschmeidiges Ausweichen, indem du sagst, dass es auf die Situation ankomme. Idealerweise kannst du dann auch zwei Situationen zitieren, die bei deinem zukünftigen Arbeitgeber in der Realität vorkommen. So sieht er, dass du imstande bist, die richtige Arbeitsweise für die jeweilige Situation zu wählen.

6. Welchen Mehrwert würden Sie in unserem Unternehmen bringen?

Eine sehr häufig in Bewerbungsgesprächen gestellte Frage. Schließlich will dein Arbeitgeber wissen, was du für ihn leisten kannst. Insbesondere versuchen Personaler über diese Frage herauszufinden, wie intensiv du dich mit dem Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle beschäftigt hast.

Es kommt gar nicht gut an, wenn du auf diese Frage keine passende Antwort parat hast. Denn entweder bedeutet das, dass du keine Ahnung hast, was du in das Unternehmen einbringen kannst. Oder aber du bringst tatsächlich keinen Mehrwert. Beides wären Killer-Kriterien für deine Bewerbung. Also bereite dich dementsprechend gut auf diese Frage vor.

7. Trauen Sie sich diesen Job wirklich zu?

Diese Frage hat den Zweck, zu provozieren und dich damit aus der Reserve zu locken. Insofern ist es wichtig, dass du dich eben nicht provozieren lässt und keine „Beleidigte-Leberwurst-Antwort“ gibst. Viel besser fährst du damit, wenn du dem Personaler schlagfertig antwortest „Sonst hätten Sie mich doch sicher nicht eingeladen!“ und im Anschluss deine Fähigkeiten und Stärken benennst, welche dich besonders für den Job qualifizieren.

8. Wer oder was wären Sie gerne im nächsten Leben und warum?

Eine Klassiker-Frage, um die Kreativität und Spontanität eines Bewerbers zu testen. Gerade bei dieser Frage gibt es weder richtige noch falsche Antworten. Der Personaler wird vielmehr an deiner Originalität und Begründung interessiert sein.

Außerdem ist die Antwort ein gewisser Gradmesser dafür, ob du mit dir selbst im Reinen oder doch eher unzufrieden mit deiner Lebenssituation bist. Wer sich wünscht, in seinem nächsten Leben jemand ganz anderer zu sein, könnte durchblicken lassen, dass sie/er nicht besonders glücklich mit ihrem/seinem Leben ist. Diesen Eindruck solltest du vermeiden.

9. Wenn ich ein Flaschengeist wäre und Ihnen Ihren Traumjob geben könnte – wie sähe er aus?

Eine ganz heikle Frage, die darauf abzielt, herauszufinden, wie groß die Diskrepanz zwischen deinem Traumjob und der Realität in deinem mglw. neuen Job ist. Und hier kommt das Problem Informationsasymmetrie ins Spiel. Der Personaler weiß nämlich viel besser als du, wie der Job in der Realität aussieht. Du musst also höllisch aufpassen, was du auf diese Frage antwortest. Wenn deine Vorstellungen von einem Traumjob sehr stark von dem abweichen, was der Arbeitgeber dir bieten kann, dann könnte es für dich schwierig werden, auch als qualifizierter Bewerber den Job zu bekommen.

Insofern solltest du bei der Beschreibung deines Traumjobs nicht allzu konkret werden. Bringe lieber ein paar Allgemeinplätze, von denen du glaubst, dass du sie auch in deinem neuen Unternehmen vorfinden wirst.

10. Wie fanden Sie das Gespräch mit mir/uns?

Es kann durchaus sein, dass dir deine Gesprächspartner diese Frage zum Ende des Vorstellungsgesprächs stellen. Schließlich sind auch sie daran interessiert, ein Feedback des Bewerbers zu erhalten.

Versuche eine ehrliche, positive, aber gleichzeitig auch nicht überschwängliche Antwort zu gehen. „Sie waren der netteste Gesprächspartner, dem ich je in einem Job-Interview gegenüber saß“, wäre zwar ein tolles Kompliment, klingt aber doch sehr anbiedernd. Besser ist es, wenn du dich bei deinen Gesprächspartnern für das angenehme und informative Gespräch und den offenen Austausch zum Unternehmen und der Stelle bedankst.

Fazit

Die Liste der fiesen Fragen in einem Bewerbungsgespräch ließe sich beliebig fortsetzen. Im Internet findest du jede Menge Websites, die sich mit diesem Thema beschäftigen, u.a. hier:

Karrierebibel

Focus

Wir hoffen, dass wir dir mit unserem Artikel keinen Schrecken eingejagt, sondern vielmehr die Angst vor fiesen Bewerbungsfragen genommen haben.

Halte dir immer vor Augen, dass es bei fast all diesen Fragen keine richtigen und auch keine falschen Antworten gibt. Die Bewertung deiner Antworten wird von Unternehmen zu Unternehmen und von Personaler zu Personal unterschiedlich ausfallen. Am wichtigsten ist, dass die Antworten zu dir passen. Ein erfahrener Personaler wird sehr schnell erkennen, ob du bestimmte Antworten einstudiert hast oder ob diese natürlich „aus dem Bauch heraus“ kommen.

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